Sonntag, 4. Juni 2017

Doppelmoral, ein Gedicht mir zu Ehren & Hackls Kinder bedroht

Gestern habe ich ein satirisches Plädoyer geschrieben, nachdem das Grundgesetz abgeschafft gehört, weil es keiner mehr haben will (including : Nicola-Steiner-Bullshit-Bingo) - HIER nachzulesen - und heute kommt der Tragöde zweiter Teil:

Wenn wir nun einmal dran sind, lasst uns Nägel mit Köpfen machen und Journalismus und Presse auch komplett abschaffen. Kann weg, braucht keiner mehr, denn es gibt ja heutzutage selbsternannte Facebook- & Youtube-Experten, die finden dass der Journalismus als vierte Gewalt im Staat ausgedient hat. Kontrollfunktion der Presse – was soll das denn sein? Wenn der Presse was nicht gefällt, soll sie doch einfach mit dem Allerwertesten zuhause bleiben. Wusstet ihr eigentlich, dass die Berufsbezeichnung „Journalist“ nicht geschützt ist? Jeder darf sich Journalist nennen und damit auch diese Kontrollfunktion der Presse wahr nehmen – im Sinne der Pferde, im Sinne der Verbraucher. Aber auch unter den Verbrauchern sind nicht alle gleich, denn man darf alles und jeden kritisieren, aber doch bitte keine Leute des gleichen Berufsstandes, denn der Grundsatz „Kollegenschelte“, bei dem die einen Krähen den anderen keine Augen auskratzen dürfen, wiegt viel schwerer als jegliches Gesetzbuch (es sei denn Bernd Hackl, Sandra Schneider oder der Veranstalter des Mustang Makeover kritisieren den Rest der Reiterwelt in Grund und Boden – dann ist es genau andersherum). Das wurde mir neulich von einer anderen Bloggerin erklärt, die selbst sowohl VOX-Pferdeprofis als auch Mustang Makeover kritisiert hat. Aber wenn zwei dasselbe machen, dann ist es noch lange nicht dasselbe. Sie wäre ja keine Trainerin – die darf das, bei mir ist es Kollegenschelte: ich darf das nicht. Ja, nee … iss klar.
Zensur ist ja nur dem Staat untersagt, Facebook darf das sehr wohl und wenn Sachargumente fehlen, dann kann man ja versuchen, Kritiker mundtot zu machen, indem man ihnen droht. Mit Klagen z.B. (HIER gibt es eine Satire zu: Der Pepper-Verlag verklagt unseren Blog). Oder man droht Kritikern unterschwellig damit, sie finanziell zu ruinieren z.B., indem deren Google- & Facebook-Seite sowie deren Bücher negativ bewertet werden (mir passiert), andere müssen sich öffentlich dafür entschuldigen, dass sie es sich erdreistet haben, etwas Kritisches gegen das Mustang Makeover zu sagen, denn sonst wird geklagt (in meiner Satire-Facebook-Gruppe angedroht – HIERnachzulesen), aber wenn man gelobt, lieb und brav zu schweigen, gibt es eine Freikarte geschenkt und die Klage-Drohung wird ad acta gelegt.
Wer klagt, braucht nicht nur Richter, der braucht auch Gesetze, wo wir ja eigentlich dachten, die könnten größtenteils weg. Ist einfach zu mühsam, ständig das Strafgesetzbuch nach Gutdünken zu verbiegen. Ein kleines bisschen Grundgesetz darf es daher schon noch sein, denn wenn der Gleichheitsgrundsatz weg kommt, ist das Problem ja schließlich gelöst. Praktisch für TV-Sender, praktisch für Event-Manager, denn durch die Abschaffung des Artikel 3 GG kann so ein Veranstalter nach Gutdünken darüber entscheiden, in welchen Fällen das Strafgesetzbuch Anwendung findet und in welchen nicht. Sagt jemand z.B. etwas Kritisches übers Mustang Makeover im Sinne von: „Da geht es doch gar nicht ums Tierwohl, die wollen sich alle bloß die Taschen voll Geld stopfen„, dann ist das angeblich weder Meinung noch Werturteil, sondern Beleidigung nach § 185 Strafgesetzbuch und eine unwahre Tatsachenbehauptung, weil der Veranstalter das eben so empfindet. Der wiederum darf sagen, was er will und sogar unwahre Tatsachen vor sich hin behaupten und schwuppdiwupp darf er die Gerichte für seine Zwecke „Leben-und-leben-lassen SPRICH: Klappe-halten“ anrufen, denn wer klagt hat Recht, sagt Facebook. Warum sich dann überhaupt die Mühe machen zu klagen? Ich verstehe manchmal die Welt nicht mehr.
Beim Mustang Makeover dürfen ja auch die VOX-Pferdeprofis mitmachen und da sagt der Veranstalter, dass die erfahren sind und wenn der das sagt, dann ist das so. Die wissen ja bekanntlich, was sie tun, selbst dann, wenn sie Pferde mit Hengstketten longieren, Longenkarabiner durch Pferdemäuler ziehen, lahme Pferde reiten bzw. solche korrigieren, die nur buckeln, weil sie Schmerzen haben. Und wer hinter all diesen Aktivitäten den Tierschutzgedanken nicht entdeckt, der ist bekanntlich nur neidisch und psychologisch erwiesenermaßen profilneurotisch.

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