Mittwoch, 25. Mai 2016

Pferde brechen: Ein ungeheuerlicher Verdacht ....

Die Beweise für das, was ich bewerte, findet ihr HIER - Infos zur Klage wegen des Covers HIER.

 
Im Video oben seht ihr die Eingangsszene aus der VOX-Sendung. Das Video ist von 2014 und achtet auf das gesprochene Wort am Ende des Videos: "Seit 4 Wochen geht das schon so". Wir werden offenbar für dumm verkauft. In der Gruppe wurde auch diskutiert, ob das Pferd sediert wurde, isbd. das Schwitzen an den Ohren könnte darauf hindeuten ...

Darf man Pferde-Brechen Horsemanship nennen?

Foto oben: NACH fünf Monaten Therapie
Unterhalb ein VORHER-Bild 
(Screenshots von TV-Now)
Das Wort "Horse*Man*Ship" sagt es ja schon, es geht um die Pferd-Mensch-Beziehung ... sollte es zumindest. Ich habe soeben die letzte Folge der VOX-Pferdeprofis gesehen (die letzte 2017 oder für immer?) und frage mich gerade, ob es sein kann, dass für diese Sendung Pferde gebrochen werden, denn es ist schon komisch, dass man entweder Pferde sieht, die vor Bernd Hackl zurückschrecken, sich aber Alex Madl durchaus anschließen oder aber Pferde wie das von gestern namens Otto, das nach fünf Monaten "Therapie" so aussieht, als wäre es ein anderes Pferd oder würde unter Drogen stehen oder wäre innerlich in einer völlig anderen Welt.

Wenn ihr meint, dass ich Gespenster sehe, was durchaus sein kann, dann macht Euch selbst ein Bild: Eine Woche lang kann man die Folge auf TV-Now kostenlos im Internet ansehen.

Und weil ich dachte, ich bin diejenige, die den Knall hat, habe ich heute morgen meinen Sohn gefragt, ob er die Sendung mit mir schaut. Der sagte schon in den Eingangsszenen: "Jetzt weiß ich, warum ich die Sendung noch nie gesehen haben ... aarrgh ... Warum hält der den die ganze Zeit so kurz? ... Warum gibt er denn jetzt nicht nach? Das Pferd bemüht sich doch."
Nachher in Teil 3 (ich hatte bewusst kein Wort darüber verloren, was MEIN Eindruck war) sagte mein Sohn: "Das Pferd läuft, wie wenn ich vor Jahren lief, wenn ich eine Panikattacke hatte. Abgehackte Schritte ... einfach mechanisch weiterlaufen, damit die Panikattacke nicht noch schlimmer wird." Ihm fiel noch das Zucken der Ohren auf, was so gar nichts mehr mit Ohrenspiel zu tun hat und dieses immer-nach-innen-schauen von Otto, selbst dann, wenn die Reiterin ihn gar nicht stellt, als hätte das Pferd Angst davor, in sich gerade zu sein.

Ich hatte gestern schon aus einem Impuls heraus bei Google die Suchbegriffe "Pferde brechen" eingegeben, aber da kommen nur Diskussionsforen und Monty Roberts, der beschreibt, wie es sein Vater früher gemacht hat (das soll wohl damals üblich gewesen sein). Man nannte das Aussacken: Das Pferd wurde vorne fixiert, also angebunden, und dann so lange mit Säcken oder Decken abgeklopft, bis es aufgegeben hat. Da fällt mir irgendwie die Stute Future ein, die Hackl vor zwei Jahren als untrainierbar an die Besitzer zurück gegeben hat.
Auf Bernds T-Shirt steht: "Never spur a willing
horse"
, worauf in der FB-Gruppe der Spruch fiel:
"Never spur a dead horse"

Die Totilas-Schwester wurde zwar (zumindest während der Dreharbeiten) vorne nicht angebunden, aber immerhin genauso abgeklopft wie es wohl beim Aussacken in den 50er Jahren in den USA üblich gewesen sein soll. Auch in der Folge mit Otto spricht Bernd von diesem ,,Aussacken." Und ich dachte immer, Horsemanship sei Kommunikation, bei der man seine Einwirkungen an die Reaktion des Pferdes anpasst, aber wer bin ich schon?
Dieses Abklopfen damals bei Future fand ich schon sehr mechanisch. Egal, ob das Pferd sich Mühe gab oder nicht: Es wurde bis zum Erbrechen und völlig sinnfrei mit dem Pad abgeklopft. Macht es dabei wirklich einen so großen Unterschied, ob ich das Pferd vorne festhalte oder ob ich es stattdessen anbinde? Future hat sich ganz offensichtlich nicht durch dieses Abklopfen brechen lassen und sich gewehrt und dem Hackl einen ordentlichen Tritt verpasst.
Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass sich ohnehin nur 40 Prozent der Pferde "brechen" lassen (oder waren es 60 Prozent?). Wo auch immer ich das gelesen habe, es wurde behauptet, dass es irgendwo in Südamerika sogar heute noch üblich sei, Pferde einzubrechen.


Foto oben: VORHER - neugierig
Untern: NACHhER - man beachte auch die
nassen Ohren. Jemand sprach auf Facebook
von Streßschweiß

Die eine zu Robotern gewordene Hälfte kann man zum Reiten nehmen und die andere zum Schlachten. Es gäbe da genug billige Pferde und man könne sich diese "Verluste" leisten, so ist mir die Aussage des Artikels erinnerlich. Außerdem habe ich in einem anderen Artikel mal gelesen, dass es noch einen anderen Weg des Einbrechens geben soll, bei dem man ein Pferd zu Fall bringt und so lange am Boden hält, bis es aufgibt (ihr kennt ja den Film "Pferdeflüsterer" - also etwa so und da Brannaman nicht nur den Film, sondern auch Bernd Hackl inspiriert hat, weiß man immer noch nichts Genaues). Bei diesem gewaltsam mit Lassos auf den Boden halten empfindet das Pferd es wohl so, dass ein Raubtier es zu Boden gerissen hat und um den Schmerz nicht zu fühlen, soll es eine Funktion im Gehirn haben, womit es alle Empfindungen abschalten kann (kann es sein, dass ich das im "Tao des Equus" von Linda Kohanov gelesen habe?). In der Natur würde das Pferd sterben, nachdem es sich auf diese Weise selbst gefühllos gemacht hat. Wird es aber zum Reittier eingebrochen, ist es nur innerlich gestorben und lebt körperlich weiter. Von so einem Zombie-Pferd habe ich auch einmal bei Mark Rashid gelesen. Die Besitzerin wollte (wenn ich mich recht erinnere) Turniere reiten, aber das Pferd war zwar gehorsam, aber nicht fein und irgendwie stumpf. Mark Rashid ist es tatsächlich gelungen, dieses Pferd aus diesem halbtoten Dämmerzustand in monatelanger Arbeit wieder herauszuholen - aber nur sehr mühsam.

Wenn im Buch dieselben Hauruck-Aktionen beschrieben
werden wie im TV, frage ich mich, was daran im Sinne
der Pferde sein soll. Sollte man nicht erst an der Bezieh-
ung zum Pferd ansetzen und danach kommt alles andere?
NACHTRAG: Dieses Cover zu ISBN: 978-3-9861467-2-6 
hat für einen Anwaltsbrief gesorgt, wo ich aufgefordert werde, 
das Bild zu löschen - mehr Infos: HIER
Na ja, all diese Geschichten gingen mir nach der Sendung durch den Kopf - es kann natürlich sein, dass ich völlig auf dem Holzweg bin und Gespenster sehe. Aber in einer Sache bin ich sicher: Das Problem von Otto nennt sich Gurtzwang und da kann man doch etwas gegen tun, ohne das Pferd mit riesigen, publikumswirksamen Fahnen zu attackieren.

Vielleicht bin ich aber auch hypersensibilisiert von Bernd Hackls in der VOX-Sendung getätigten Aussagen wie "Ich-Chef-Du-Nix" oder dem, was der Moderator sagt, der kein Pferdemensch ist und der nur abliest, was er sagen soll, z.B.: "Wenn das Pferd will, ist reiten kinderleicht". Wir alle, die wir seit Jahren Reitunterricht nehmen, wissen, dass Reiten alles ist, bloß nicht kinderleicht, aber wir sind wahrscheinlich auch alle noch nie ein gebrochenes Pferd geritten.

Und abgesehen von den beiden oben beschriebenen Methoden: Ich habe überhaupt keine Ahnung vom Pferde-Brechen, aber ich nehme einfach mal an, dass es viele Methoden gibt, um ein Pferd zum Roboter zu machen. Da auf Google nichts zu finden war, habe ich bei Youtube geschaut und dieses Video gefunden - bitte klickt auf:



Wieder nur meine ganz persönlichen Gedanken. Der Palomino in der Sendung heute (11.2.17) ging zu Beginn taktklar. Als er der Besitzerin als geheilt präsentiert wurde, ging der Kopf des Pferdes zwischendrin rauf und runter: Ging es lahm oder habe ich mir das nur eingebildet? Bei diesem war ich nicht sicher. Aber das mit den tickenden Pferden kommt schon mehr oder weniger regelmäßig in der Sendung vor, z.B. bei einem Schulpferd von Bernd Hackl, bei dem er sogar selbst noch in der Sendung vor einem Monat sagte, dass dieser "etwas steif" ginge, aber das mache nichts (nachzulesen in DIESER Satire von Georgia Schulze-Lefert). Gut, es gibt ja manchmal Arthrose-Pferde, die sich einlaufen müssen (muss das ins TV?), aber wenn ich das Video links mit den Lassos an den Vorderbeinen ... na ja, ich habe wohl eine blühende Fantasie.

Auf Google habe ich zwar nichts übers Einbrechen gefunden, aber gibt man "Bernd Hackl Mulberry (Ranch)" ein findet man folgende Worte: "Früher war er sehr ehrgeizig und wollte immer schneller immer weiter kommen. „Ich wollte, dass Pferde etwas tun, wozu sie noch nicht bereit ..." Klickt man den Link (plus.idowa.de/.../vox-pferdeprofi-bernd-hackl-hat-drei-seiner-pferde-auf-der-mulberry) an, ist dieser nicht (mehr) verfügbar. Auf Bernd Hackls Homepage ist unter TRAINERPROFIL in einer Selbstaussage etwas ganz Anderes zu lesen: "„Bernd Hackl ist einer der wenigen Horseman in Deutschland, die sich voll und ganz der Horsemanship verschrieben haben – am Boden und im Sattel. Seine Fähigkeiten mit Jung- oder sogenannten Problempferden umzugehen, verfeinerte der Süddeutsche in einigen USA-Aufenthalten bei ....."
Ich habe natürlich überhaupt keine Ahnung, was passiert, wenn die Kameras weg sind und die Türen geschlossen werden, aber dass ausgerechnet Bernd Hackl einer der wenigen Trainer sein will, der sich voll und ganz dem Horsemanship verschrieben hat ... das halte ich für ein Gerücht. Denn im Horsemanship würde man niemals so geradlinig aufs Ziel zu peitschen, wie man es auf VOX ständig sieht. Man würde das Pferd nicht mit dieser Riesen-Fahne malträtieren, nach der es tritt, auf dass es begreifen möge: "Widerstand bringt Dir gar nichts." Den Druck aufrechtzuerhalten, obwohl das Pferd unter dieser Fahne stillsteht, wäre erst recht ein absolutes NO-GO im echten Horsemanship. Man würde vielmehr das Pferd von hinten aufzäumen, erst an der Beziehung arbeiten und vielmehr alle möglichen Dinge tun, bei denen der Außenstehende denken mag: "Was hat das denn jetzt bitte mit dem Problem des Pferdes zu tun?", aber das Problem würde sich wie von Geisterhand in Luft auflösen - habe ich schon bei mehreren Dutzend Pferden selbst erlebt bzw. bewirkt.
Jetzt hatte ich oben geschrieben, dass gebrochene Pferde zumindest für Westernturniere nicht geeignet sind, weil ich dort ja ein Pferd brauche, das mitdenkt. Als Gründerin der FB-Gruppe "Pferdeprofis an der Bande" bekomme ich ja hier und da auch persönliche Nachrichten und als ich in der Gruppe mal angemerkt habe, dass ich finde, dass jemand, der Turnierreiter unterrichtet, auch selbst Turniere reiten sollte, erhielt ich eine PN, in der man mir schrieb, er hätte es versucht, aber wäre dann so nervös gewesen wäre, dass er nichts gerissen hätte. Also nervös bin ich auch (sind wir das nicht alle?) und viel reißen tue ich wohl auch nicht, aber immerhin ist mir der Aufstieg in die Leistungsklasse 2 gelungen und zwar mit einem Pferd, das mehr Talente zum Rodeo- oder Rennpferd hatte, als es zu mir kam als zum Reitpferd und eines der oben erwähnten Fälle ist, wo ich selbst erlebt und bewirkt habe, wie echtes Natural Horsemanship Pferde verändert. Wenn Bernd Hackl diese Art von Horsemanship machen sollte und das diese Veränderung bei Pferd Otto bewirkt hätte, warum kommuniziert er diesen Ansatz so gar nicht in der Sendung, sondern attackiert das Pferd von der ersten Stunde an mit Riesenfahnen, anstatt an der Beziehung anzusetzen oder wenigstens mit kleinen Tüchern anzufangen, die nach und nach größer werden (und dann sagt er auch noch, dass das mit den Fahnen die Basis der Westernreiterei wäre und behauptet, wir Westernreiter würden die Pferde nicht versammeln - entschuldigt, wenn ich mal kurz zur Tischkante gehe, um mehrfach meine Stirn davor zu klatschen).

Zurück zu dieser PN: Wenn das stimmen sollte, was mir da geschrieben wurde, dass Hackl das Turnierreiten deswegen an den Nagel gehangen hat, weil er eben nichts "gerissen" hat, dann finde ich es umso befremdlicher, dass er mit einem anderen nicht Turnierreitendem, aber Turnierreiter-unterrichtendem Trainer zusammen eine Facebook-Like-Seite hat mit dem Titel "08/15 Pferdetraining ohne Sinn und Verstand", wo behauptet wird, dass VIELE Westerntrainer angeblich unlautere Methoden anwenden würden (so kann man dann ganz galant den eigenen Mißerfolg schön reden). Solche Sprüche regen mich ja immer so was von auf, wenn von wenigen schwarzen Schafen auf die Allgemeinheit geschlossen wird und da ist sie wieder: die Tischkante. Aber es geht jetzt langsam wieder, weswegen ich Euch einfach mal ein paar Beispiele von dieser Seite aufzeige:

08/15-Post 1: VIELE Westerntrainer würden Pferden über die Nacht die Köpfe hochbinden (ich habe da in meinem Turnierblog einen Artikel drüber geschrieben, den ihr HIER findet). Mein Fazit war: Wenn jemand so etwas macht: Namen nennen und Anzeige erstatten!!! Ich hatte auch geschrieben, dass meine Tochter und ich solche Methoden keinem einzigen unserer Konkurrenten auf Turnieren zutrauen. Daraufhin erhielt ich wieder PNs mit folgendem oder ähnlichem Inhalt: "Als mein Pferd beim Reiten immer buckelte, wurde mir auch empfohlen, es über Nacht hochzubinden, um seinen Willen zu brechen." Das hat die Nachrichtenschreiberin natürlich nicht gemacht und mal abgesehen von Tierschutzgründen: Wollen wir wirklich Roboter reiten? Da kann man sich doch gleich ein Mofa kaufen, mal abgesehen davon, dass man den Turniersport dann auch gleich an den Nagel hängen kann (siehe Bericht oben in Bezug auf Mark Rashids Erfahrungen).

08/15-Post 2: Es ging um Rollkur und Rollkur ist fast genauso schlimm, wie dieses Einbrechen von Pferden, indem man ihren Willen samt aller Gefühle tötet. Aber ich persönlich kann mich einfach des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gründung dieser Facebook-Seite eine Reaktion auf die Kritik ist, die Bernd Hackl immer wieder aufgrund der VOX-Pferdeprofis einstecken muss, so nach dem Motto: "Guckt mal: Da gibt es welche, die sind noch viel, viel schlimmer als ich." Das denke ich insbesondere vor dem Hintergrund, dass man nach Rio ja eigentlich sagen kann, dass die Rollkur vom Tisch ist und man endlich in Deutschland wieder schönes Reiten sieht. Ausgerechnet und ziemlich genau zu diesem Zeitpunkt, wo alles vorbei ist, fällt Bernd Hackl und seinem Freund ein, er könnte doch mal mit dem Finger auf Andere zeigen - hätte er das nicht als historische Anmerkung deklarieren sollen? Mut wäre es gewesen, wenn er das vor zehn Jahren gewagt hätte, die Rollkur anzuprangern, aber heute wirkt es eher so wie ein Schwimmen im Mainstream.

08/15-Post 3: Hier wird das seitliche Ausbinden von Pferden angeprangert. Hört sich erst mal nach irgendwelchen Foltermethoden an, sieht aber meines Erachtens schlimmer aus als es ist, weil ich das zufälligerweise mal ausprobiert habe: Als ich vor knapp zehn Jahren Lucky aufs Einreiten vorbereitet habe, habe ich mir eine VHS-Kassette von Peter Kreinberg gekauft (Grundausbildung für Western- und Freizeitpferde), wo Lucky schon bei der zweiten Übung aus dem Roundpen gehüpft ist - es sind eben nicht alle Pferde gleich zu trainieren. Aber dennoch gehört Kreinberg natürlich zu den guten Trainern in Deutschland. Da man ein Pferd nicht nach Videos einreiten sollte, habe ich eine Trainerin zurate gezogen, der ich von der VHS-Kassette erzählt habe und auch davon, dass dort der Kopf des Pferdes an den Schweif gebunden wird, damit es nachgiebig wird - also nur ganz kurz natürlich und unter Aufsicht. Das mit dem Schweif war uns zu heikel und wir haben Luckys Kopf an den Longiergurt gebunden: Als er nach etwa 45 Sekunden dem Druck nachgab, haben wir das Seil gelöst und die Übung niemals mehr wiederholt. Wofür auch? Die Lektion "Nachgiebigkeit" war ja verstanden.
Dadurch das Lucky sehr schwierig war, habe ich damals begonnen, mich mit dem Natural Horsemanship zu beschäftigen und diese laterale Biegung bei allen nachfolgenden Einreitpferden nicht mehr mit Ausbinden geübt, sondern indem ich das Seil seitlich festgehalten habe und eben auch nachgegeben habe, als das Pferd nachgegeben hat. Ausbinden ist mir halt rein gefühlsmäßig irgendwie zu mechanisch ... aber das ausgerechnet Bernd Hackl das anprangert, der ganz mechanisch und ohne Beachtung der Reaktion des Pferdes, eine Future mit Pads abklopft, hat mich dann schon irgendwie irritiert. Ob er jetzt Pferden den Willen und die Seele bricht oder nicht, kann ich zwar nicht beurteilen, aber Sprüche wie "Ich-Chef-Du-Nix" habe ich aus seinem Mund sehr wohl schon gehört.
Ich habe auch schon mal Bernd Hackls Pferd Fips live und in Farbe gesehen (HIER nachzulesen): Ein Energiebündel war der Hengst ja auch nicht gerade, aber ich will mich jetzt wirklich nicht in dieses moderne Tote-Augen-Suchspiel einreihen - es ist halt nur so ein subjektives Gefühl.

In Bezug auf unseren Lucky will ich aber noch ergänzen, dass dieser, als er klein war, ein Right-Brain-Introvert nach Parellis Horsenalitys war. Das sind die Pferde, die am wenigsten mit Druck umgehen können und oft erst stillstehen und dann explodieren. Lucky ist bei allen möglichen Gelegenheiten regelrecht explodiert und hat zum Teil gekämpft, als fürchte er um sein Leben bei ganz banalen Anlässen. Nichts ging: Kein Hufe-heben, kein Anbinden, kein Verladen ... nullkommanichts. Aber das seitliche Ausbinden .... das hat er ganz gelassen genommen, auch wenn ich es heute so nicht mehr machen würde und es bei ihm überhaupt nur dieses eine Mal gemacht habe. Denn entgegen der langatmigen Ausführungen auf Bernd Hackls 08/15-Seite, geht es bei der Methode NICHT um die Gymnastizierung oder das Geraderichten, sondern einzig darum, dass das Pferd lernt einem einseitigen Druck nachzugeben. Wenn man schon kritisiert, sollte man doch wenigstens wissen, was genau man kritisiert und welchem Zweck das Kritisierte dienen soll und ich finde immer: Entweder nennt man Namen oder man hält die Klappe - dieses ganze Reitweisen in Verruf bringen, kann es ja wohl nicht sein.
So verhält es sich auch bei Punkt 1: Es mag durchaus Tierquäler oder Kriminelle geben, die Pferde brechen, indem sie ihnen über Nacht die Köpfe hochbinden. Den Rückschluss, dass man es damit erreicht, dass diese in einer Pleasure-Prüfung den Hals fallen lassen, halte ich aber für sehr an den Haaren herbei gezogen, denn erstens wird nicht der am Besten platziert, dessen Pferd den Kopf am Tiefsten nimmt, sondern der, dessen Pferd am Besten den Takt hält und das schönste Gangbild hat. Dafür muss das Pferd einfach locker sein (wer wäre das schon nach so einer Nacht?) und zweitens: Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass es auf einem Turnier erlaubt wäre, dass die Pferde in ihren Boxen stundenlang hochgebunden werden? Bei so was würden einem die Stewards ins Gesicht springen. Da stehen Hunderte Pferde mit Hunderten Besitzern: Das fällt doch auf - mal abgesehen von der Verletzungsgefahr und viele Turnierpferde haben den Wert eines Kleinwagens. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich war schon oft frühmorgens auf Turnieren: Also nicht immer alles glauben, was einem so erzählt wird.

Falls ihr um unseren Lucky Angst habt und denkt, dass er vom einmaligen seitlichen Ausbinden Schaden genommen hat, dann zeige ich ihn euch hier, denn heutzutage ist er das einzige Pony auf der German Open Westernreiten, das Reining läuft. Angst hat er nicht (mehr), sondern vielmehr den Mut mitten im Rundown fürs Kacken stehen bleiben zu wollen (HIER nachzulesen). Dem, der nach meinen Ausführungen immer noch glaubt, dass man Pferde brechen könnte, um auf Turnieren erfolgreich zu sein, sei gesagt: Das könnt ihr vergessen! Wer Pferde bricht, der kann ganze Bahn reiten oder im Gelände immer gleiche Wege, aber das Pferd denkt nicht mit und für das, was ihr hier im Video seht, braucht man nicht nur Pferde, die mitdenken, sondern auch Pferde, die es genauso wollen, wie der Reiter und da muss man mit Fingerspitzengefühl und Psychologie vorgehen:



Wie Larissa das mit dem "Wollen" hinbekommen hat, darüber habe ich ein Buch geschrieben (wenn ihr das erste Buch anklickt, könnt ihr ganz unverbindlich bei Amazon einen Blick hinein werfen - wer sich an meiner Verlagsbestellung beteiligen möchte, bitte e-Mail an nicola-steiner@t-online.de):



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