Donnerstag, 7. Dezember 2017

Mein Buch im Praxistest #3: Geduldsproben ...

Rasselbande im Schweinsgalopp - da kann das Einfangen zur Geduldsprobe werden, wie Barbara unten erzählt

  • Teile 4, 5 & 6 folgen in den nächsten Tagen
Oben könnt ihr die anderen Teile der Miniserie anklicken - hier beschreibt die Testerin, wie schwierig es für sie im Sommer noch mit ihrem Pflegepferd war. Barbara versucht nun mithilfe meines Buches Lösungen zu finden:

"Meine Reitbeteiligung Penny war vorsichtig und misstraute erstmal allem und jedem. Putzen der Beine nur schwer möglich (sie hatte dort wohl mal eine schlimme Verletzung) dazu kopfscheu - was es mir bei ihrer Größe sehr schwierig machte, die Trense aufzuziehen. Sie hatte sehr lockere Beine und trat auch mal, wenn der Druck zu groß wurde. Es musste also Überzeugungsarbeit geleistet werden. Ich habe daher zunächst mit Bodenarbeit begonnen - Vertrauen, aber auch Respekt war das Ziel. Das Pferd kannte das grundsätzlich - ihr Besitzer Micha hat das auch immer wieder mit ihr gemacht und bei ihm gelang vieles, was bei mir nicht klappte. Es war schon ein Geduldsspiel, sie das erste Mal von der Koppel zu holen - seehhhrrr große Koppel und ein unwilliges Pferd - ich bin viel gelaufen. Zunächst habe ich mich ihr genähert - sie war auch nicht abgeneigt, aber wollte nicht gehalftert werden (Knotenhalfter, was sie kennt - Videos zum Halftern gibt's unterhalb der Buchtipps)

Es muss nicht immer Leckerli sein

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Mein Buch "Westernreiten meets NHS" im Praxistest #2

Hier geht es zu TEIL 1 & TEIL 3 des Praxistests         (und bald zu TEIL 4 & TEIL 5 & TEIL 6)

Penny ist die Schimmelstute, die bei Barbara Joostens Test als Versuchskaninchen fungiert


Letzte Woche hatte ich mit Euch geteilt, wie sehr ich mich über eMails freue, in denen berichtet wird, dass mein Buch auch in der Praxis anwendbar & hilfreich ist. Im Sommer erhielt ich dann diese Facebook-Nachricht:

"Hallo Nicola, ich habe mir am Wochenende Dein Buch "Westernreiten meets NHS" geholt und bin ehrlich begeistert. Schön geschrieben und für mich absolut nachvollziehbar - na ja ... jedenfalls bis jetzt, hab' etwas mehr als die Hälfte durch. Ich werde sehen, was ich umsetzen kann, sobald ich wieder einen reitbaren Untersatz zur Verfügung habe. Liebe Grüße Barbara"

Ich habe mich über diese Nachricht natürlich gefreut wie Bolle und sie gefragt, ob sie nicht Lust hat, dies in eine Amazon-Rezension zu schreiben. Die Amazon-Rezension hat sie prompt geliefert, aber mit einem völlig neuen Wortlaut (HIER in Teil 1 zu finden) und einige Wochen später erhielt ich dann die nächste private Facebook-Nachricht von ihr.

"Hallo, wollte nur berichten, dass ich Dein Buch einer Freundin geliehen habe - sie war ganz gespannt, denn sie kennt Dich über FB und ich darf eines ihrer Pferde als Reitbeteiligung reiten und betreuen - ist noch ganz frisch. Ich freue mich die Tipps und Hinweise aus dem Buch umzusetzen. Es zeigt sich jetzt schon, dass die Beziehung immer an erster Stelle steht und der Mensch derjenige ist, der lernen muss, denn vieles will einfach noch nicht klappen, aber sie hört zu und es macht ihr Spaß."

Das fand ich so toll, dass ich sie gebeten habe, weiter über das Training zu berichten und wie ihr mein Buch dabei hilft. Das ist das erste Ergebnis - eine Art Bestandsaufnahme: 


"Penny ist eine Warmblutstute, neun Jahre alt, 170 cm groß (und ich bin eigentlich nicht schwindelfrei), die man wohl ungeschliffener Rohdiamant nennen könnte. Sie lebt jetzt seit 5 Jahren bei Maria und Micha - seit letztem Jahr im Offenstall, der in Eigenregie liebevoll geführt wird. Sie lebt dort in einer Herde, bestehend aus ihrem Sohn Eddi (zwei Jahre), den Wallachen Lucius (6) und Sontos (24 Jahre, Araber) und einem Pony, Nikita (3), das aber zur Zeit verletzungsbedingt Boxenruhe hat.

Die von Dir im Buch beschriebenen Übungen - Hinterhand und Vorhand bewegen sowie mit Körpersprache kommunizieren - habe ich eingesetzt, um so eine Bindung zum Pferd aufzubauen. Ich habe dies gekoppelt mit einem Stimmkommando das ich z.B. für das Anhalten installieren möchte, um es so beim Reiten etwas leichter zu haben.

Ich muss halt immer sehen, was das Pferd zulässt und anhalten beim Reiten ist so eine Sache - genau wie das Trensen. Es gibt viele Baustellen, die ich ganz behutsam angehe. Viel Zeit und Ruhe - immer im Tempo des Pferdes. Das ist auch etwas, was ich von Dir gelernt habe. Danke !!!"

Unter den Buchtipps gibt's eine kleine Nikolausüberraschung

Freitag, 1. Dezember 2017

Großes Lob per eMail für mein "großes" Buch - Praxistest #1

Im Dezember gibt es hier im Blog eine kleine Miniserie; eine Art Praxistest, in der jemand mithilfe meines Buches einen völlig neuen Zugang zu seinem Pferd gefunden hat. Dies wurde mir per Privatnachricht auf Facebook geschrieben.
Mich erreichen gelegentlich eMails, in denen Leute mir für mein Buch danken. Das bedeutet mir sehr viel, besonders dann, wenn diese Menschen auch so eine nette Rezension hinterlassen wie diese hier, die z.B. loben, dass es weniger um Technik, sondern vielmehr um die innere Haltung des Menschen geht:

"Dieses Buch ist mit viel Herzblut, gepaart mit einem enormen Fachwissen, geschrieben worden. Die Ergänzungen namhafter Pferdeprofis ergänzen die Beschreibungen des Weges mit Pferden in wunderbarer Weise. Nicola Steiner motiviert in ihrem Buch immer wieder das einzelne Pferd zu sehen und dabei besonders auf die eigene Haltung zu achten, ein Gefühl zu entwickeln, was es im Training benötigt. Sie schreibt, dass es schwer ist, ein Gefühl für die eigene Haltung und das jeweilige Pferd in einem Buch zu vermitteln. 
Ich finde, dass ihr dies sehr gut gelungen ist. Es ist kein Methodenbuch, vielmehr fordert es auf, sich selber in den Prozess mit einzubeziehen und mit Pferden beim Training gemeinsam zu lernen. 
Ich kann dies Buch nur empfehlen, besonders den Pferdemenschen, die sich in der Arbeit mit Pferden gerade mal in einer Sackgasse befinden. Es hilft bei sich anzukommen, sein Pferd noch einmal mit anderen Augen zu sehen und dann den Weg des gemeinsamen Lernens zu gehen. Dann ist plötzlich alles ganz leicht. (von Ulrike Spanuth)"

Weitere Rezensionen findet ihr auf Amazon - meine Lieblingsrezension jedoch im letzten Blogbeitrag

WESTERNREITEN ZWISCHEN WITZ UND WISSENSCHAFT

Ihr müsst dafür nur den Link oben anklicken und dort ziemlich weit nach unten scrollen.

An dieser Stelle möchte ich aber noch die Rezension von Barbara Joosten hier hinein kopieren, denn sie war die Erste, die dieses Buch rezensiert hat und sie ist es auch, die den Praxistext gemacht hat und in den den nächsten Tagen berichtet, wie es ihr und ihrem Pflegepferd mit meinem Buch ergangen ist, aber als Auftakt lest zunächst ihre Amazon-Rezension:

"Ich hatte mir lange überlegt, ob ich das Buch kaufen soll - letztlich hat die Neugierde gesiegt und ich wurde nicht enttäuscht - das Buch ist aus meiner Sicht absolut lesenswert. Eine Vielzahl von Anregungen und Vorschlägen, die auf Grund der verständlichen Darstellungen gut umgesetzt werden können."

Am Nikolaustag geht es dann los mit dem eigentlichen Praxistest, der bisher sechsteilig ist.

Ach ... und weil alle guten Dinge bekanntlich drei sind ... Eine habe ich noch:

"Ich selber bin kein Westernreiter, aber ich interessiere mich sehr dafür, wie man mit Natural Horsemanship erfolgreich an Turnieren teilnehmen kann. Für viele schließt das Eine ja das Andere aus, nicht so für die Autorin.

Dieses Buch ist sehr anschaulich geschrieben und ich kann die Übungen zuhause nachmachen. Ich finde die Wortwahl sehr gut, man versteht auch als Laie, was gemeint ist. Allerdings findet auch der fortgeschrittene Reiter gute Tipps in diesem Buch. Gerade die kleinen Anekdoten finde ich persönlich sehr erfrischend und unterhaltsam. Ich würde dieses Buch wieder kaufen und jedem empfehlen, der Alternativen zur "klassischen Turnierausbildung" sucht, bei der Pferd UND Reiter Spaß haben." (von Kathrin Schröder)

Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, wird hier fündig - wenn ihr mir noch einen kleinen Gefallen tun wollt, dann bestellt doch im Books-on-demand-Buchshop, denn dort bekomme ich etwas mehr Prozente. Ein noch größeren Gefallen können mir die tun, die das Buch bereits haben: Schreibt doch auch eine Rezension - ich freue mich über jedes Feedback, besonders an Weihnachten.




Es gibt übrigens auch ein Adventsspiel der 12-Oaks-Ranch, bei dem ihr die Bücher gewinnen könnt:

www.12oaks-ranch.de/adventsspiel/

Donnerstag, 9. November 2017

Westernreiten zwischen Witz und Wissenschaft ...

... ist ja auf den ersten Blick ein Titel, der im Horsemanship-Blog nichts zu suchen hat, aber im Turnierblog ist gerade "kein Platz": Dort werde ich im Dezember erzählen, warum Larissa und ich dieses Jahr nicht zur Rheinlandgala gehen. Außerdem ist Natural Horsemanship ja auch keine Reitweise, sondern die Grundlage für jedes Reiten.

Das Büchlein links gehört als Begleitband zu meinem "großen" Lehrbuch "Westernreiten meets Natural Horsemanship" (unten findet ihr Links zu Rezensionen und Leseproben). Obwohl es "nur" ein Begleitband ist, ist es auch für sich lesenswert, am Besten jeden Tag ein Beitrag - so wie es in dieser Amazon-Rezension von Jane Doe vorgeschlagen wird:

"Im Buch erwartet den Leser ein buntes Potpourri aus Fachartikeln und Blogbeiträgen. Die voneinander unabhängigen Geschichten sind entweder unterhaltsam oder sehr lehrreich. Denn die im Buch aufgezeigten Lösungen, sind z.T. wirklich originell.

Besonders sympathisch finde ich, daß die Autorin ungeniert auch über ihre Fehlversuche berichtet. Dadurch steht sie nicht mit erhobenem Zeigefinger auf einem Sockel, sondern wird zu "Einer von uns".

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Von Stürzen, steigenden Pferden und Tränen der Rührung

Was tun mit selbstbewussten Pferden? Ideen muss man haben


In den letzten Beiträgen habt ihr ja am Rande auch unsere Queenie kennengelernt und die hat es faustdick hinter den Ohren. Vor einigen Tagen bin ich wegen einem dummen Zufall mit ihr gestürzt und mein Bein lag unter ihrem Bauch. Ich dachte: "Geh hoch" und sie hat tatsächlich reagiert. Dann sah ich, dass mein Fuß im Steigbügel hängt und ich dachte: ""Geh runter" und sie hat das ebenfalls gemacht - rauf und runter nur über Gedanken - irre. Mit Queenies Mutter hatte ich noch erstaunlichere telepathische Erlebnisse, die ihr HIER nachlesen könnt: Ohne Worte - Verständigung durch Raum und Zeit. 
Inga mit einem ihrer eigenen Pferde, aber nicht das, was sie an
Queenie erinnert. Dieses hier will immer gefallen
Aber bei Queenie war ich wirklich verblüfft, denn sie hat sich früher einen Namen dadurch gemacht, dass sie regelrecht streitsüchtig war, aber mit Charme, denn sie ist auch eine kleine Herzensbrecherin. Neulich hat sie eine Kundin von mir zu Tränen gerührt, die sie ansah und unter Tränen sagte: "Die ist so schön." Ich fand das in dem Fall besonders berührend, weil die Kundin eigentlich Zirkuslektionen bei mir lernen wollte und ich versucht habe, ihr zu erklären, dass man das nicht entkoppeln sollte, denn egal, was man mit seinem Pferd macht: Die Beziehung steht immer an erster Stelle. Die Kundin sagte mir, dass sie eine gute Beziehung zu ihren Pferden hat und als sie Sekunden später Tränen der Rührung in den Augen hatte, dachte ich bei mir: Queenie hat sich auf ihre Art ebenfalls mit uns unterhalten und gezeigt, wie tief eine Pferd-Mensch-Beziehung sein kann. Wenn man die hat, sowohl auf Vertrauen als auch auf Respekt beruhend, dann kann man selbst so einen Sturz ohne große Angst wegstecken, weil man weiß, dass man sich jederzeit auf den anderen verlassen kann (ich werde die matschige Ecke am Reitplatz allerdings meiden).
Beziehung muss natürlich gegenseitig sein, deswegen ist es auch so wichtig nichts beim Pferd zu erzwingen (ob mit oder ohne Fußlonge). Gerade bei selbstbewußten Pferden ist es sogar absolut wichtig, dass man sie nicht zu sehr bevormundet. Man braucht Grundgehorsam, was ich in TEIL 1 (Mit der Schaufel Pferd ohnmächtig geschlagen) und TEIL 2 (Wahl zwischen Pest und Cholera: Klaps oder Pferde fesseln) dieser Mini-Serie erklärt habe, aber wenn man diesen Grundgehorsam hat, dann sollte man selbstbewussten Pferden so viele Mitspracherechte wie nur möglich einräumen, denn dann geschehen wahre Wunder. Nachzulesen bei: Umgekehrte Psychologie bei Pferden.

Hier lernt Queenie das Kompliment - ohne Longe, denn ihr habt sicherlich
im letzten Monat gelesen, dass ein Pferd zu Tode gestürzt ist: HIER klicken
Nach dem Sturz letzte Woche hat Queenie mich jedenfalls mehr oder weniger von Kopf bis Fuß abgeleckt, als wollte sie sagen: "Das wollte ich nicht." Mein Sohn sagt eh immer, die passt auf mich auf, aber meine Tochter ist da schon eher ein ebenbürtiger Partner für Streitereien, die kann das aus Queenies Sicht ab. So gab es bei ihr auch einmal Zeiten, wo Queenie regelmäßig unter dem Reiter gestiegen ist. Queenie beherrscht Parellis sieben Spiele nämlich aus dem Eff-Eff und hat schon als Fohlen Leute getreten, wenn diese auch nur einen Zentimeter ausgewichen sind. Nachdem es durch Natural Horsemanship dann doch ein einigermaßen braver Jährling geworden war, gingen die Probleme beim Einreiten wieder los. Alle paar Monate kam dieses Pferd auf die Idee uns mitzuteilen, dass es gerade keinen Bock hat: Mal durch Buckeln, was Larissa schnell im Griff hatte, dann durch sich einfach Hinlegen oder Stehenbleiben, was wir noch schneller im Griff hatten und nach einigen recht harmonischen Monaten, kam das Pferd auf die Idee unterm Sattel kerzengerade zu steigen und ist einmal dabei sogar nach hinten rüber gekippt. Wie gefährlich das nicht nur für den Reiter, sondern auch fürs Pferd ist, wissen wir ja jetzt (HIER geht es zu Teil 3: Pferd zu Tode gestürzt, weil es Kompliment und Fußlonge verweigert), aber dieses Problem hatten wir nicht so schnell im Griff, weil man in dem Moment statt angemessen zu reagieren, versucht einen Sturz zu vermeiden und das eigene Leben zu retten.

Montag, 18. September 2017

Totes Pferd: Endlich ein gut recherchierter Zeitungsartikel zu Pfisters Methoden

Im September habe ich darüber berichtet, wie bei einem Kurs von Peter Pfister ein Pferd zu Tode kam. Enthalten ist eine Stellungnahme der Reitbeteiligung - eine weitere Stellungnahme von ihr findet ihr unterhalb des Zeitungsberichtes:

Pferd zu Tode gestürzt, weil es Kompliment & Fußlonge verweigert

Heute hat Zirkustrainer Uwe Jourdain Liberté folgenden Bericht auf meine Facebook-Seite gepostet, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:
"Training mit Todesfall
um die ständigen Diskussionen zu dem Streitfall zu beenden
bin ich zu dem Schluß gekommen – bildet euch eine eigene Meinung, deshalb hier die Fakten.

Hier der erste ordentlich recherchierte Artikel zum Thema:

Ramsloh/Leichlingen 05.12.2017 (Generall Anzeiger)
Streit nach Tod eines Pferdes im Training

Von Horst Kruse
Zirkuslektionen Bei der Übungseinheit im April in Leichlingen sollte das Pferd ein sogenanntes Kompliment lernen.
Das ist eine vornehme Verbeugung, eine Art Knicks. Sie kommt zum Beispiel nach einer Show als Ausdruck zum Dank oder zur Verabschiedung zum Einsatz.
Ursprünglich stammen diese Übungen aus dem Zirkus – daher auch Zirkuslektionen.
Bei einem Lehrgang von Peter Pfister zum Thema Zirkuslektionen in Nordrhein-Westfalen war eine Stute mehrfach gestürzt, ehe sie starb.
Der Fall erreichte inzwischen das Saterland.


Donnerstag, 14. September 2017

Pferd zu Tode gestürzt, weil es Kompliment & Fußlonge verweigert

Lucky hat die Fußlonge toleriert, Fancy nicht - im VIDEO unten zeigen wir
mit Fancy wie das Kompliment auch ohne Fußlonge beigebracht werden kann
Im letzten Monat ging es darum, dass Pferdetraining nicht immer lieb und nett sein kann und man es durchsetzen muss, dass ein Pferd einmal einen Schritt zur Seite geht (HIER nachzulesen). Aber einen Zirkustrick beim Pferd durchzusetzen .. auf die Idee würde ich im Leben nicht kommen, denn das macht man doch zum Spaß und es geht hier nicht ums Thema Grundgehorsam bzw. Safety First. Es darf nicht wahr sein, dass ein Pferd, das das Kompliment nicht lernt, dafür sein Leben lässt.

Bei einem Zirkuskurs in Leichlingen ist vor einigen Monaten ein Pferd zu Tode gestürzt und der Trainer versuchte sich herauszureden mit: "Da hat man mir einen Steiger untergeschoben." Nachdem das Pferd ein Dutzend mal gestiegen war und sich das erste Mal überschlagen hatte, hat er wohl die Besitzerin gefragt, ob er weitermachen soll. Diese antwortete, dass sie das Kompliment zuhause nicht machen wolle. Darauf ermahnte der Trainer sie, dass man einem Pferd ein solches Verhalten nicht durchgehen lassen solle (Quelle: Horseman - das Wort Käseblatt des Pferdesports will ich jetzt mal nicht in den Mund nehmen, obwohl ich es ungeheuerlich finde, dass das Blatt dem Trainer seitenweise ein Forum gegeben hat, der Pferdebesitzerin aber nicht). Ganz ähnlich verhielt es sich bei MEIN PFERD und der REITERREVUE, die unerwähnt ließen, dass das Pferd zum Dutzenden Mal stieg und sich dann das erste Mal überschlug, nachdem der Trainer sechs Minuten lang versucht hatte, das Pferd in das Kompliment zu zwingen. Folgende Videoaufnahmen beweisen, dass das Pferd in den ersten zwei Minuten brav kooperierte, aber dann wurde die Gegenwehr heftiger, weil der Trainer sich mit wenigen Zentimetern Richtung Boden nicht zufrieden gegeben hatte. Da es nicht jedermanns Sache ist sich folgendes Video anzusehen, hier eine kleine Zusammenfassung: Das Pferd ist erstmal umgänglich, verweigert aber das Kompliment, weil es der erste Zirkuskurs im Leben des Pferdes ist. Das geht so 10 Minuten, erstes leichtes Steigen mit Gegenwehr, dann senkrecht in der Luft: Das Pferd überschlägt sich zwei Mal, beim dritten Überschlagen ist es tot, aber das zeigt das Video nicht. Nach dem ersten Überschlag fragt Pfister die Besiterin am Rande, ob er weitermachen soll. Die Besitzerin antwortet, dass sie die Übung zuhause nicht machen würde, was ich als NEIN auslegen würde. Pfister macht aber weiter und sagt nach dem zweiten Überschlag, dass er so ein Verhalten seinen Pferden nicht durchgehen lassen würde.

HIER klicken, um den Artikel des General-Anzeigers zu lesen - meiner Meinung nach der erste Pressebericht, der gut recherchiert war. Die Berichte des HORSEMAN, MEIN PFERD & REITERREVUE hatten Peter Pfister ja eher ein Forum gegeben, ohne die Gegenseite zu hören.


Dienstag, 22. August 2017

Die Wahl zwischen Pest & Cholera: Klaps oder Pferde fesseln

Muss Pferdetraining eigentlich immer nur lieb und nett sein? 


Kuscheln ist zwar nett, aber es sollte alles zu seiner Zeit sein und vor allem
sollten wir das Pferd um Erlaubnis fragen, es streicheln zu dürfen
Diese Frage sollte man mal einem Manager stellen, denn wenn der immer lieb und nett ist, dann ist er in seinem Job falsch, aber so was von. Im Pferdetraining wird das aber erwartet, dass der Trainer stets und ständig mit Samthandschuhen agiert, egal, wie das Pferd sich verhält. In diesem Zusammenhang habe ich im letzten Monat den Blogbeitrag: "Pferd mit der Schaufel niedergestreckt" geschrieben und betont, dass ich natürlich nicht befürworte, Pferde mit Schaufeln zu schlagen, aber ein paar Gedanken zum berühmt-berüchtigten Klaps niedergeschrieben haben. Zusammengefasst:

  • Wir setzen dem Pferd, das entgegen, was es uns entgegen setzt PLUS 100 Gramm
  • Wir haben keinen Groll dabei im Bauch, so dass es ein Spiel bleibt
  • Wir wählen so leichte Aufgaben, dass eine Überforderung ausgeschlossen wird
  • Wir gehen anders vor, wenn Angst im Spiel ist, isbd. wenn Pferde einfrieren vor Angst
  • Unsere Phase 4 setzen wir ein einziges Mal kurz und knackig ein, so dass das Thema geklärt ist und wir keine Dauernörgler beim Pferd werden.

Heute geht es weiter mit Teil 2, denn nur weil Pferdetraining nicht immer lieb und nett sein muss, heißt das noch lange nicht, dass man dem Pferd alles Erdenkliche antun darf. Es gibt ein paar wenige Dinge, die man unbedingt durchsetzen sollte und zwar Übungen, die uns den Grundrespekt sichern und zeitgleich so einfach sind, dass kein Pferd damit überfordert ist, z.B. ein Schritt rückwärts, ein Schritt die Vorhand oder Hinterhand bewegen, aber der Gegenpol ist das Verständnis fürs Pferd und der Respekt vorm Pferd, der uns dazu bringt, sich ins Pferd einzufühlen. Es gibt schließlich auch hochsensible Pferde, denen man Zeit geben muss. Die Kunst ist es eben, das jeweilige Pferd einzuschätzen. Die meisten Pferde verstehen aber durchaus, wenn man ihnen abverlangt, dass sie ausweichen sollen - nur ein kleines bisschen, denn genau das verlangen auch ihre Artgenossen von ihnen - egal wie das jeweilige Pferd tickt. Wichtig ist, dass das Ganze ein Spiel ist. Wut oder Frustration hat im Pferdetraining nichts zu suchen.

Menschen werden ständig von ihren Pferden rumgeschubst und merken es nicht


Freitag, 14. Juli 2017

Mit der Schaufel das Pferd ohnmächtig geschlagen

Jetzt geht bestimmt ein Aufschrei der Entrüstung durch die Leserschaft und ich kann nur sagen:
"Ich war's nicht."
Aber auch, wenn ich noch nie ein Pferd mit der Schaufel geschlagen habe, so kann ich das in den konkreten Fällen sehr gut nachvollziehen (die Schaufel-Geschichten sind weiter unten).
Auch wenn die beiden Pferde ihr gemeingefährliches Verhalten danach nie wieder gezeigt haben, will ich keineswegs dafür plädieren, Haustiere mit Schaufeln niederzustrecken. Ich möchte einfach nur darauf hinweisen, dass diese rosarote Wolke, die z.B. auf Facebook verbreitet wird von dankbaren Pferden, die so übermäßig geliebt werden, dass sie alles für ihren Besitzer tun, nichts weiter sind als Augenwischerei und wenn überhaupt dann nur auf einen sehr geringen Prozentsatz der Pferde zutrifft. Alle anderen Pferde testen ihren Menschen, nicht um diesen Menschen zu ärgern, sondern um eine adäquate Antwort auf die elementare Frage in der Pferdewelt zu stellen: "Bin ich sicher?" Und wenn der Mensch zögerlich ist, dann fühlt sich ein Pferde eben nicht sicher und stellt diese Frage ein zweites, drittes oder hundertstes Mal - eine permanente Diskussion halt. Diese erste Frage des Pferdes zum Thema Sicherheit können Sie - in der Regel ohne Schaufel - über die Beantwortung einer zweiten Frage beantworten und die lautet "Wer bewegt Wen?" - wie das geht, steht hier:


Pferde sind nicht immer nett und
manche Pferde sind regelrecht streitlustig.
Jetzt ist es aber nicht nur entscheidend, dass es Ihnen gelingt, Ihr Pferd zu bewegen und nicht vor ihm ausweichen, sondern Sie sollten dies schnell können und möglichst mit einer einzigen kurzen, knappen und dynamischen Aktion. Denn das Pferd will von Ihnen wissen, wie Sie sich verhalten, wenn der Tiger oder das Wolfsrudel angreift: Wer zögert, ist tot. Es macht eben wenig Sinn, mit Tigern und Wolfsrudeln in Stuhlkreisen Grundsatzdiskussionen zu führen.
Deswegen gibt es im Natural Horsemanship etwas, das Phase 4 genannt wird (HIER schreibe ich darüber und stelle die vier Grundtypen der Pferdepersönlichkeitstypen vor). Diese Phase 4 ist eben nicht bei allen Pferden gleich und umschreibt das, was den Gehorsam des Pferdes sicherstellt und folgt dem Grundsatz: "So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig." Bei dem einen Pferd reicht es vielleicht, wenn Sie die Augenbraue streng heben und böse gucken, manche brauchen hingegen ein lautes Wort und es gibt in der Tat auch einige wenige, bei denen sie körperlich werden müssen, um die Frage des "Bin ich sicher?" fürs Pferd (unmiss)verständlich zu beantworten.

Freitag, 30. Juni 2017

MMO-Finale: Buckelnde Pferde, die austreten und sich losreißen

Das wurde beim Mustang Makeover als Vertrauen gehandelt. Ich finde, dass das Pferd keine Wahl hat, denn es ist blind -
würde es buckeln oder losrennen, dann bricht es sich womöglich alle Knochen (dies ist nur ein Ausschnitt - das ganze 
Bild ist hier: https://www.facebook.com/LuukTeunissenAusbildungszentrum/ - der Ritt auf Video bei echo-online.de)
Ungehorsam von Pferden gab es häufig beim
MMO - einen Ausschluß gab es auch dort
nicht und niemand wurde übers Knie gelegt,
wie es der MMO-Veranstaler hier fordert
Ich war ja nicht da, aber wenn man die Berichterstattung auf Facebook verfolgt, gewinnt man den Eindruck, als hätte es zwei Mustang Makeovers (MMO) am Wochenende gegeben. Die Einen schreiben, dass alles ganz, ganz toll war: Harmonische-Pferd-Reiter-Paare, ganz toll organisiertes Event und die Anderen behaupten das Gegenteil und berichten, sie hätten den Samstag mit Schlangestehen verbracht: Beim Essen, beim Trinken, beim Parken sowieso und dann auch an der Toilette, aber das hätte sich wohl schnell erledigt gehabt, denn am Ende hätten eh nur noch die Teilnehmer auf die Toilette gedurft, Zuschauer seien, als die Veranstaltung zuende war, von Türstehern am Toilettengang gehindert worden, so liest man auf Facebook.
Auch der Moderator war entweder ganz toll oder ganz schrecklich und man bekam sogar zu hören, dass er gegen die Turnierreiter gewettert hätte. Besonders die Englischreiter hätten ihr Fett wegbekommen, denn vom Moderator soll Rollkur und Sperrriemen angeprangert worden sein (was ich ja auch nicht befürworte, aber muss man immer von einem kleinen Prozentsatz der Reiter auf alle anderen schließen und derart die Konkurrenz anprangernDer Moderator macht Selbiges ja auch auf seiner Facebook-Seite)
Genau das war ja auch mein Kritikpunkt am Mustang Makeover - nämlich, dass der Veranstalter im Vorfeld behauptet hat, dass das Mustang Makeover eine so viel bessere Alternative zum Turniersport sei, wo es keine aufgerissenen Augen und Mäuler und auch kein Pferdekopf hinter der Senkrechten geben sollte. Wie nicht anders zu erwarten, hat es all das aber sehr wohl beim MMO gegeben - sogar bei fast allen Ritten.
Es gab ein Filmverbot - noch nicht einmal die üblichen Ein-Minuten-Videos waren erlaubt, die einem auf einer Pferdemesse sehr wohl gewährt werden, aber man findet so einiges auf Youtube. Dieses Video zu Ernst-Peter Frey zeige ich Euch hier, weil es mich entsetzt, dass dort Trainer  für eine Arbeit am Pferd ausgepfiffen und ausgebuht wurden, die letztlich funktioniert hat - sogar sehr, sehr gut.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Mustang Makeover im Kampf gegen das Grundgesetz

Vielleicht braucht man ja auch deswegen
kein Regelbuch, weil die beteiligten
Trainer eine Art Freifahrtschein haben
Die Macher des Mustang Makeovers werben damit, dass sie als Novum in ihrem Wettbewerb Harmonie bewerten und deswegen eine Alternative zum regulären Turniersport seien  (das habe ich HIER  bereits in Frage gestellt, weil das MMO ja ein Wettbewerb für Prominente ist und nicht jedermann teilnehmen darf). Zwar ist das im Gegensatz zu dem, was von den Veranstaltern behauptet wird, auf regulären Turnieren auch so, dass das harmonischste Paar gewinnt, aber hier gesteht man sich ein, dass man einfach nicht beurteilen kann, wie das Pferd im Vorfeld trainiert wurde. Bei der EWU werden die Pferde zwar nach einer Reining-Prüfung nach Sporenspuren untersucht, die zur Disqualifikation führen, falls welche gefunden werden, aber psychischen Druck sieht man einem Pferd nicht an. Auch gibt es Aufsichten auf dem Abreiteplatz, wobei z.B. jegliche Hilfszügel verboten sind. Aber, was zu Hause hinter verschlossenen Türen passiert, das weiß man einfach nicht.

Anders beim Mustang Makeover, die ja den Mustang - wenn auch etwas widersprüchlich - als ganz besonderes Pferd verkaufen: Mal soll es sehr menschenbezogen und besonders leicht zu trainieren sein, mal heißt es demgegenüber, dass man Mustangs mit Druck so gar nicht trainieren kann, was ein Training schwierig bis unmöglich macht, denn ich muss ja drücken, um ein Pferd zu bewegen und brauche auch Zügelakzeptanz usw. Andererseits würde ich auch einmal behaupten, dass sich die wenigsten Pferde mit übermäßigem Druck trainieren lassen. Es ist immer eine Gratwanderung und je selbstbewusster ein Pferd, desto mehr muss man auf Motivation setzten, weil auch "normale" Pferde sonst dicht machen. Da erleben wir auch immer wieder bei unserem Jungpferd Queenie: Wenn die nicht will, will die nicht. Andererseits kommt man um das Sicherstellen des Grundgehorsams schon aus Verantwortungsgefühl und aus Sicherheitsgründen nicht drumherum, denn Queenie hat schon als Fohlen Leute getreten, wenn sich diese ihr gegenüber durch Ausweichen als rangniedrig präsentiert haben und wird der Gehorsam verweigert ist es wie in der Kindererziehung: Es muss eine Konsequenz geben.
Wie auch immer: Ich habe nun Screenshots von den Machern des Mustang Makeober gesichert, in denen behauptet wird, dass man beim Event selbst sehen würde, WIE das Pferd trainiert wurde. Man will also sehen (oder hellsehen?) können, ob das Pferd mit Druck trainiert wurde oder nicht. Genau das zweifel ich anhand von Videos von Clinton Anderson aus Australien an (ganz nach unten scrollen). Das Erste zeigt eine sehr harmonische Show mit einem entspannten Pferd; das Zweite ein Trainings-Video, indem durchaus Druck angewendet wird (was bekanntlich kein Synonym für Gewalt ist).

Vorher möchte ich Euch aber auf zwei Satiren in Sachen Mustang Makeover hinweisen, die ich in meinem politischem Blog geschrieben habe und Euch noch drei relevante Zitate ans Herz legen:


Mittwoch, 21. Juni 2017

Hat das Mustang Makeover womöglich das Rad neu erfunden?

Gestern habe ich mich ja in Videobeispielen von Clinton Anderson darüber ausgelassen, dass man beim MMO über Blick in die Glaskugel erkennen will, WIE die Pferde im Vorfeld trainiert wurden: Das MMO im Kampf gegen das Grundgesetz

Heute (am 29.6.17) habe ich auf der MMO-Seite die Prüfungskriterien entdeckt und lese: "Das MUSTANG MAKEOVER möchte Grenzen öffnen und neue Maßstäbe in der Bewertung von Wettbewerben setzen."
Dort ist zu lesen: "Der Begriff Pflichtprüfungen wurde verwendet, um deutlich zu machen, dass diese absolviert werden müssen, um am großen Finale teilzunehmen. Der Begriff Pflicht bedeutet nicht, dass die Aufgaben perfekt ausgeführt werden müssen."

Queenie mußte letztes Wochenende nicht korrekt laufen, weil 1. Turnier für sie
Was glaubt der Veranstalter denn, wie das auf normalen Turnieren ist? Wenn man etwas perfekt schafft, dann ist man Deutscher Meister und um Deutscher Meister zu werden, muss der Reiter sich erstmal drei Jahre lang durch mehrere Leistungsklassen hochreiten, um überhaupt an einer Meisterschaft teilnehmen zu dürfen und da hat man dann z.T. knapp 100 Konkurrenten.
Das Pferd muss ebenfalls jahrelang ausgebildet werden: Bei der EWU z.B. sind die Jungpferde ein Jahr unterm Sattel, bevor sie auf Turnieren vorgestellt werden dürfen (4-jährig). Im Alter zwischen 0-3 Jahren werden sie selbstverständlich am Boden bereits auf ihr Leben als Reitpferd vorbereitet (angefangen vom Vertrauensaufbau, Hufe geben bis zum Muskelaufbau am Boden, bevor sich da ein Reiter drauf setzt). Wenn also das MMO neue Standards setzt, ist dass dann so, dass das, wofür man sich auf regulären Turnieren Jahre Zeit lässt, jetzt in drei Monaten durchgepeitscht werden soll? Der Faktor Zeit ist nämlich der einzige Unterschied, der sofort ins Auge fällt. Das Mustang Makeover schreibt sich m.E. angebliche Neuheiten auf die Fahnen, die bei jedem anderen Turnier bereits Standard sind. Coole Geschäftsidee - sollte ich vielleicht auch mal versuchen: Auf den Markt gehen und als Marktschreier rufen: "Ich habe eine Alternative zur Kutsche gefunden. Nehmt doch einfach das Auto." Mir fallen nur zwei Erklärungen ein, warum so für das Spektakel im August geworben ist: Entweder kennt der Veranstalter sich im Turniersport nicht aus oder es ist einfach ein höchst aggressives Marketing, um auf Kosten der regulären Turnierreiter das eigene Event zu vermarkten.